THEATER LEBT - AUCH IN DER ERINNERUNG (Folge 2)

Das Foto zeigt Sophie Weikert als Elisabeth I. von England. Die durch das gesamte Stück führende sehr große und vielschichtige Rolle ist für jede Schauspielerin, zumal, wenn sie ganz am Anfang einer beruflichen Laufbahn steht, eine große Herausforderung, an der man intensiv wachsen kann. Elisabeth I. von England war eine faszinierende, fast nicht greifbare Persönlichkeit. Ihr Vater König Heinrich VIII. hatte ihre Mutter Anne Boleyn, wie auch eine weitere seiner acht Frauen, köpfen lassen, weil sie keinen männlichen Nachfolger gebar. Elisabeth wurde von Ammen und Lehrern erzogen und von der katholischen Kirche als „Bastard“ verteufelt, weil diese die Heirat ihrer Eltern nicht anerkannte.  Immer wieder musste Elisabeth um ihr Leben fürchten. In meiner Inszenierung ging Sophie Weikert durch einen ständigen Temperaturwechsel u.a. aus diffizilen politischen Szenen, leidvollen Liebesgefühlen, zarten Sehnsuchtsmomenten, Verzweiflung oder Machtgier. Sie zeigte viele widersprüchliche Facetten: Würde, Hartnäckigkeit, Feinheit und Unsicherheit. Ich nutzte sehr viele Musiken (z.B. von Arvo Pärt und dem jungen Komponisten Robert Wolf, über den ich in der nächsten Folge berichten werde), um Elisabeth auch in traumwandlerischen, choreographischen Szenen zu zeigen. Die Choreographien kreierte Claudia Dölker, die auch drei Rollen im Stück übernahm, Hartmut Scheyhing studierte zusätzlich zu seinen zwei Rollen die Gesangsnummern des Ensembles ein. Das war der Beginn einer großartigen Zusammenarbeit. (Weiter in Folge 3). ELISABETH VON ENGLAND von Ferdinand Bruckner Premiere 3. Oktober 2015; Theater Ansbach Inszenierung: Susanne Schulz Bühnenbild und Kostüme: Jörg Zysik Choreographie: Claudia Dölker Musikalische Einstudierung: Hartmut Scheyhing Dramaturgie: Eva-Maria Trütschel Mit: Sophie Weikert als Elisabeth I. und Hartmut Scheyhing als Philipp II. Foto: Jim Albright

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