Theater lebt - Auch in der Erinnerung (Folge 1)

Heute ist Karfreitag. In der Passionsgeschichte der Bibel heißt es „Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich wider das andere, und werden sein teure Zeit und Erdbeben hin und her. Das alles aber ist der Anfang der Wehen.“ (Matthäus. 24,4)

Heute, am Karfreitag, möge man auch der vielen Kriege gedenken, die im Namen des Kreuzes geführt wurden. Wir taten dies in der ersten Spielzeit unter dem Motto „Von Helden und Opfern“. 2014 war der 1. Weltkriegs Thema des öffentlichen Diskurses u.a. mit zahlreichen Gedenkfeiern und historischen Publikationen. In Ansbach wollte ich meine Intendanz mit einer Inszenierung beginnen, die politische, religiöse und gesellschaftliche Machtstrukturen untersuchte und zeigte, wie Kriege entstehen können. Zudem war es mir wichtig, dem Publikum auch relativ selten oder kaum gespielte Stücke vorzustellen. Das Premierendatum, der Tag der deutschen Einheit, war nicht zufällig gewählt und das relativ unbekannte Stück ELISABETH VON ENGLAND war hervorragend dazu geeignet, mittels eines historischen Themas unsere eigene Geschichte und Gegenwart zu reflektieren.

Das Foto zeigt eine Szene, in der Elisabeth von England und Philipp von Spanien jeder in seinem Land unter dem Kreuz Gott anflehen, jeweils die eigene Kriegsflotte siegen zu lassen. Der Krieg des protestantischen Englands gegen das katholische Spanien, dessen bekanntestes Ereignis der Sieg über die Armada 1588 war, wurde erst 1604 beendet und beutelte die Staatskasse.

Die Deutsche Bühne berichtetet über die Inszenierung.

https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ein-sturm-weht-vom-paradiese-her

(Fortsetzung folgt)

ELISABETH VON ENGLAND von Ferdinand Bruckner Premiere 3. Oktober 2015, Theater Ansbach Inszenierung: Susanne Schulz Bühnenbild und Kostüme: Jörg Zysik Choreographie: Claudia Dölker Musikalische Einstudierung: Hartmut Scheyhing Dramaturgie: Eva-Maria Trütschel Mit: Sophie Weikert als Elisabeth I. und Hartmut Scheyhing als Philipp II.

Foto: Jim Albright


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