Shutdown in Ansbach nach 5 Jahren

Aktualisiert: Mai 11

Theater ist systemrelevant. Auf WIEDERsehen!


Für die meisten Schauspieler* innen des Ensembles des Theater Ansbach, für die Regieassistentinnen, den Dramaturgen, meinen Assistenten und für mich gilt seit heute nicht mehr der Lockdown, sondern der Shutdown.

Wir werden nicht mehr ans Theater Ansbach zurückkehren und

Ihnen leider auch den ZERBROCHNEN KRUG, der kurz vor der Premiere im Ansbacher Landgericht stand, sowie meine letzte Ansbacher Regiearbeit MINNA VON BARNHELM nicht mehr zeigen können.


In 5 Jahren haben wir Ihnen, liebes Publikum, am Theater Ansbach 42 ( minus 2) Inszenierungen im Abendspielplan gezeigt, 31 Stücke für Kinder und Jugendliche erarbeitet, 84 Zusatzformate präsentiert, darunter 20 Theaterpredigten und 30 Theatermenschen im Dialog sowie zahlreiche DenkBars und Lesbars.

Im Sinne meiner Auffassung von Theater als einem energetischen Ort für und mit den Bürgern von Stadt und Region, waren mir politische, soziale, historische und pädagogische Themen wichtig.


Theater ist nun mal systemrelevant! Da führt kein Weg dran vorbei - auch nicht ein Virus!


Wir prägten das Musiktheater für Schauspiel und vergaben zahlreiche Stückaufträge an Autor*innen und Komponist*innen. Unsre Gäste, Regisseur* innen und Ausstatter* innen unterschiedlichster Prägung, schärften das Profil unseres Hauses mit interessanten künstlerischen Handschriften und Arbeitsweisen.

Dank unserer wundervollen Kooperationspartner durften wir viele Stücke an ungewöhnlichen Orten präsentieren und ich konnte mein geliebtes Sommertheater in Ansbach etablieren.

Wir holten das Weihnachtsstück erfolgreich aus der Begrenzung der Grimmschen Märchenwelt heraus und konnten auch im Theater für junge Menschen anspruchsvolle Uraufführungen herausbringen. Unzählige Theaterpädagogische Veranstaltungen, darunter wertvolle Sprachförderprojekte, führten uns mit Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Ein Theaterjugendclub und ein Generationenclub brachten uns das Leben der Bürger* innen unserer Stadt aktiv und direkt ins Theater hinein.


Allen Künstler* innen auf der Bühne, allen wunderbaren Menschen hinter den Kulissen und im städtischen und regionalen Umfeld ganz, ganz herzlich Dankeschön! Schön, dass wir zusammenkommen durften! Wie wunderbar, dass wir uns gegenseitig bereichert haben.

DANKE, DANKE, DANKE!


Sie, liebe Zuschauer*innen, waren an unserer Seite und Ihr Kreis ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Dafür danke ich Ihnen, auch im Namen des Ensembles und aller Mitarbeiter* innen aufs Herzlichste!


Alle, die hier meinem Blog folgen, werde ich mit Freuden noch an meinem Rückblick auf zwei meiner Inszenierungen teilhaben lassen, nämlich an NATHAN DER WEISE und AMADEUS. Seien Sie sehr herzlich willkommen!


Bleiben Sie gesund! Wir werden Sie sehr vermissen.



Ihre

Dr. Susanne Schulz, Intendantin Theater Ansbach


8. Mai 2020 ©️Susanne Schulz





Foto privat, Luise Mortag

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